Jemanden zum Reden.
Ich hatte nie einen Grossvater. Jemanden zum Plaudern, auch über Sorgen.
So ein Satz genügt mir. Den Rest frage ich nach.
Nicht jeder, dem Gesellschaft fehlt, sucht eine Beziehung. Manchmal fehlt genau eine Person, mit der sich regelmässig reden lässt — über den Tag, über Sorgen, über nichts Besonderes.
Du sagst es einmal. Ich suche weiter.
Du sagst es einmal, in deinen Worten
Kein Formular mit dreissig Feldern. Du schreibst auf, was du dir wünschst, und ich frage nach, was ich zum Suchen brauche: wie oft, zu welcher Tageszeit, wie weit du fahren würdest.
Ich suche, nicht du
Du musst niemanden durchsehen, niemanden anschreiben und nicht nachschauen, ob sich etwas getan hat. Jeder neue Wunsch, der bei mir eingeht, wird gegen deinen geprüft.
Am Kalender scheitert das meiste
Wöchentlich ist etwas anderes als gelegentlich, und vormittags ist etwas anderes als abends. Ich gleiche das ab, bevor ich jemanden vorschlage — damit ihr nicht nach zwei Wochen merkt, dass es zeitlich nie geht.
Und wenn nichts passt, sage ich es
Alle paar Wochen höre ich mich, auch wenn kein Vorschlag dabei war: wie viele dazugekommen sind, wer knapp nicht passte und woran es lag. Wird dein Wunsch so nie aufgehen, sage ich dir das, statt dich zu vertrösten.
Du musst dich nicht als einsam bezeichnen
Besuchsdienste und Freiwilligenangebote helfen — aber sie sind ungleich verteilt: Eine Seite hilft, die andere wird geholfen. Wer sich dort meldet, muss sich innerlich als bedürftig einordnen, und für viele kostet das mehr, als die Einsamkeit wehtut.
Bei mir hinterlegst du keinen Mangel, sondern einen Wunsch — dieselbe Art Angabe wie bei allen anderen hier. Niemand hilft dir, und du hilfst niemandem. Ihr sucht beide dasselbe.
Dazu kommt: Es gibt kein Profil, das jemand finden könnte, kein Foto und keine Liste. Wer davon erfährt, erfährt es von dir.
Neun Franken. Pro Wunsch, pro Monat.
Dazu einmalig fünf Franken bei der Anmeldung — sie decken die Ausweisprüfung, die jede und jeder hier einmal durchläuft. Derselbe Preis gilt für alle.
Ich vermittle jede Art von Wunsch.
Von Gesellschaft und gemeinsamen Unternehmungen über Freundschaft und Beziehung bis zu Familie und Erotik. Die Arten sind streng getrennt und werden nie miteinander abgeglichen — dein Wunsch taucht ausschliesslich dort auf, wo er hingehört.
Das sage ich hier ausdrücklich, damit du es nicht später erfährst. Es hat für dich sogar einen Vorteil: Weil bei mir alles nebeneinander liegt, verrät die blosse Tatsache, dass du hier bist, nichts darüber, was du suchst. Auf der Hauptseite steht, wie das im Einzelnen funktioniert.
Du musst dich nicht eintragen, um mir etwas zu sagen.
Was hältst du davon? Was fehlt, was klingt falsch, was würde dich abhalten? Sag es mir — ohne E-Mail, ohne Namen, ohne dass du auf die Liste musst. Gerade Einwände sind mir nützlicher als Zustimmung.
Ich speichere nur diesen Text, sonst nichts: keine Adresse, kein Name, keine Kennung.
Willst du eine Antwort von mir, schreib stattdessen an norinia@norinia.com.
Wir starten im Raum Zürich.
Deinen Wunsch will ich hier noch nicht — den erzählst du mir erst, wenn ich damit arbeiten kann. Trag dich ein, und du hörst von mir, sobald es so weit ist.
Kein Startdatum, das ich nicht halten kann. Stattdessen etwa einmal im Monat eine kurze Nachricht: was passiert ist, was als Nächstes kommt — und wenn es nichts wird, sage ich auch das und lösche die Liste.